CDU informiert sich über Pflege

Zu einem ausführlichen Gespräch mit den Trägervertretern und der Leitung des Altenheims St. Josef war nun die Willicher CDU in Anrath zu Gast, wo Sylvia-Anna Küppers, die Leiterin des Altenheims, ihr Haus vorstellte. Besonders stolz zeigte sie sich dabei über die mehr als 65 ehrenamtliche Helfer, die die Arbeit im Altenheim unterstützen und viele kleine Hilfsdienste übernehmen: „Das ist eine echte Entlastung für unsere Pfleger und freut unsere Bewohner sehr.“ Was darüber hinaus benötigt werde, seien mehr Mitarbeiter in der Pflege.
Michael Schicks, Trägervertreter der Katholischen Pfarre St. Johannes, wies in diesem Zusammenhang auf die Pflegesituation in den Heimen hin: „Der Platz in einem Altenheim ist in der Regel der letzte Ausweg, wenn häusliche und ambulante Pflege nicht mehr ausreichen.“ Die alten Menschen blieben, solange es eben geht, zu Hause. Dies führe auch überall zu schrumpfenden Wartelisten: „Eine Warteliste für einen Altenheimplatz in Willich gibt es de facto nicht mehr.“ Viel wichtiger sei mittlerweile die Flexibilisierung des Pflegewesens: „Viele Erstanfragen gehen in Richtung Kurzzeitpflege, vor allem in der allgemeinen Urlaubszeit.“ Probleme träten häufig dann auf, wenn in Folge einer Erkrankung kurzfristig ein Heimplatz gefunden werden müsse, denn: „Ein Haus kann es sich grundsätzlich wirtschaftlich nicht leisten, einen Pool von Zimmern für kurzfristige Bedarfe leer stehen zu lassen.“
Eine weitere Zukunftsaufgabe sei es, für die zunehmende Zahl dementiell Erkrankter eine Pflegestruktur aufzubauen. „Hier müssen wir zu neuen Formen und Einrichtungen kommen, auch zu neuen Personalstandards.“ Uwe Schummer wies darauf hin, dass es im Grunde eines stärkeren gesellschaftlichen Konsenses bedürfe, um das Pflegeproblem zukünftig bewältigen zu können: „Dazu gehören Praktika während der Schulzeit, Soziales Jahr und Freiwilligendienst ebenso wie gezielte Fort- und Weiterbildungen.“ Einige war man sich auch darin, den bisweilen überbordenden Bürokratieaufwand in der Pflege zu begrenzen: „Nachweis und Kontrolle müssen sein, aber nur so viel wie nötig.“ In Willich, so das Resümee von Paul Schrömbges, „werden wir in den kommenden Jahren gezielt die Wohn- und Betreuungsformen weiterentwickeln müssen: bedarfsgerecht, menschengerecht, flexibel und bezahlbar.“

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